Sicher zum CSD

🏳️‍🌈 Tipps für Anreise, Auftreten & Gefühl

Für viele ist der CSD ein Moment des Stolzes, der Freude und der Sichtbarkeit – doch der Weg dorthin ist nicht für alle gleich sicher. Einige queere Menschen erleben auf dem Weg zu Demos oder beim Heimweg Unsicherheiten, abwertende Blicke oder sogar offene Anfeindungen.

Deshalb möchten wir – in Anlehnung an die Hinweise des Queeren Netzwerks Bayern (QNB) – ein paar Tipps und Empfehlungen mitgeben, die dir helfen können, dich auf der Anreise und während des CSD wohler und sicherer zu fühlen:


🧳 Vor der Demo: Vorbereitung & Wohlfühlen

Du entscheidest, wie sichtbar du sein willst
Ob Flagge, Make-up, High Heels oder Hoodie: Du musst dich nicht „sichtbar queer“ machen, wenn es sich nicht gut anfühlt.

👭 Reise nicht allein
Wenn möglich, komm mit Freund*innen oder verabredet euch an einem Treffpunkt (z.B. München, Salzburg oder Freilassing). Schon zu zweit fühlt man sich oft sicherer. Austausch im Vorfeld („Wie erreichen wir uns, wenn etwas ist?“) hilft im Ernstfall.

👀 Umgebung im Blick behalten
Ein wacher Blick kann helfen. Wenn du dich unwohl fühlst, geh auf andere zu oder sprich unser Team an. Vor Ort sind Ordner*innen, falls du Hilfe brauchst.

🎒 Gut gepackt in den Tag:
✅ Sonnencreme & Sonnenschutz
✅ Ausreichend Wasser & kleine Snacks
✅ Medikamente (falls benötigt)
✅ Gehörschutz (z. B. Ohrstöpsel bei Lautstärke)
✅ Demoschild, Flagge oder beides
✅ Freund*innen & Verbündete
✅ … und natürlich: gute Laune 💜

📲 Nutzt die App @safenow_official, um euch allein oder in Gruppen für den Notfall zu organisieren. Mit nur einem Klick könnt ihr Hilfe anfordern – diskret, schnell und unkompliziert.

🌈 Achtet außerdem auf die Sicherheitshinweise der CSD-Veranstaltenden vor Ort. Unser Orga-Team, Ordner*innen und Ansprechpersonen stehen euch während der gesamten Veranstaltung zur Seite.


🧠 Wenn es unangenehm wird

🧍‍♀️ Körpersprache zeigt Wirkung
Aufrechter Stand, klarer Blick, Hände sichtbar – wirkt selbstbewusst, ohne zu provozieren. Sag deutlich: „Ich möchte, dass Sie aufhören.“

💬 Deeskalation statt Eskalation
Bleib ruhig, zieh dich zurück, suche Begleitung. Selbstschutz geht vor. Selbstverteidigungsmittel solltest du nur mit Übung verwenden – und viele davon sind auf Demos ohnehin nicht erlaubt.

📸 Dokumentieren kann helfen
Wenn du dich sicher fühlst: Notiz, Foto oder Sprachmemo – für dein Gedächtnis oder spätere Gespräche mit Beratung, Polizei oder Anwält*innen.


🧩 Nach dem Vorfall

🤝 Sprich mit jemandem
Vertrau dich Freund*innen an oder hol dir Unterstützung – z. B. bei queeren Beratungsstellen wie BUD Bayern, LSVD Bayern oder Strong! Community (bayernweites Beratungstelefon: 0800 00 112 03).

📝 Gedächtnisprotokoll
Halte fest, was passiert ist – das hilft dir selbst und erleichtert die Kommunikation mit Beratenden oder der Polizei.

⚖️ Anzeige erstatten?
Die Entscheidung liegt ganz bei dir. Du musst nichts – aber du darfst. Auch zu einem späteren Zeitpunkt. Hol dir ggf. Begleitung oder Unterstützung dazu.


🚆 Anreise leicht gemacht

Ob aus München, Salzburg oder Freilassing – du kommst stündlich nach Berchtesgaden:

Von München:
🚆 Mit der BRB (Richtung Salzburg) bis Freilassing, dann mit der BRB nach Berchtesgaden Hbf.

Von Salzburg:
🚍 Bus 840 vom Salzburg Hbf. zum ZOB Berchtesgaden
🚆 Zug nach Freilassing, dann weiter mit der BRB bis Berchtesgaden Hbf.

Von Freilassing:
🚆 Direkt mit der BRB nach Berchtesgaden.

Von Bad Reichenhall:
🚍 Bus 841 von Bad Reichenhall, Hauptbahnhof zum ZOB Berchtesgaden

Mit dem Auto:
🅿️ Nur begrenzte Parkmöglichkeiten – bitte umweltfreundlich & stressfrei anreisen, wenn möglich.


💜 Der CSD Berchtesgaden soll ein sicherer, bunter und empowernder Tag für alle werden.
Egal ob laut oder leise, sichtbar oder zurückhaltend – du bist willkommen.

Auf all unseren Veranstaltungen gelten unsere Verhaltensregeln.