Nie wieder still: Unser erster CSD in Berchtesgaden

1.CSD BGD im Markt

Am 16. August 2025 haben wir Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal fand ein Christopher Street Day in Berchtesgaden statt. Was für viele Menschen lange undenkbar schien, wurde an diesem Tag Wirklichkeit: Mitten im Berchtesgadener Land gingen wir gemeinsam auf die Straße – laut, bunt, stolz und sichtbar.

Als wir vor Monaten begannen, den ersten CSD in Berchtesgaden zu planen, wussten wir nicht, was uns erwarten würde. Würden Menschen kommen? Würden wir Unterstützung finden? Würde unser Anliegen gehört werden? Heute können wir sagen: Ja. Und noch viel mehr.

Unter dem Motto „Nie wieder still“ versammelten sich circa 400 Menschen zum Umzug, um gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und gleiche Rechte zu setzen.

Für uns als Queersteiger-Kollektiv war dieser Tag weit mehr als eine Demonstration.

Der CSD in unserer Heimat Berchtesgaden war die Antwort auf eine Frage, die viele queere Menschen im ländlichen Raum ihr Leben lang begleitet: Gibt es hier auch einen Platz für uns? Die Antwort die wir von den vielen Besuchern und Gästen bekommen haben lautet ganz klar: Ja.

Viele von uns sind im Berchtesgadener Land aufgewachsen. Wir kennen die Schönheit dieser Region, aber auch das Gefühl, sich manchmal unsichtbar oder allein zu fühlen. Genau deshalb war es uns wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem queere Menschen gesehen werden, sich begegnen können und erleben, dass sie Teil einer starken Gemeinschaft sind.

Als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte und Regenbogenfahnen durch die Straßen von Berchtesgaden getragen wurden, wurde deutlich, welche Kraft Sichtbarkeit entfalten kann. Menschen winkten vom Straßenrand, schlossen sich spontan an oder kamen mit uns ins Gespräch. Viele erzählten uns später, wie emotional es für sie war, zum ersten Mal einen CSD in ihrer Heimat zu erleben.

Besonders berührt hat uns die Vielfalt der Menschen, die an diesem Tag dabei waren. Queere Menschen, Familien, Freund*innen, Verbündete, junge und ältere Generationen – sie alle haben dazu beigetragen, dass dieser Tag zu etwas Besonderem wurde. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass Vielfalt nicht nur in Großstädten existiert, sondern auch hier, zwischen Watzmann und Königssee.

Der erste CSD in Berchtesgaden war mehr als nur ein Fest. Er war auch eine politische Botschaft für mehr gelebte Vielfalt, Toleranz und der Kraft von Freundschaft.

Queere Menschen verdienen überall Sicherheit, Respekt und gleiche Rechte – unabhängig davon, ob sie in Berlin, München oder im Berchtesgadener Land leben. Sichtbarkeit bleibt notwendig, solange Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Liebe Diskriminierung erfahren.

Wir sind überwältigt von der Unterstützung, die wir erhalten haben. Unser Dank gilt allen Teilnehmenden, Helfer*innen, Künstler*innen, Unterstützer*innen und Partner*innen, die diesen Tag möglich gemacht haben. Ohne euch wäre diese grandiose Premiere nicht denkbar gewesen.

Was am 16. August 2025 begann, war für uns kein einmaliges Ereignis. Es war ein Anfang. Ein Anfang für mehr Sichtbarkeit, mehr Begegnung und mehr Zusammenhalt im Berchtesgadener Land.

Wir waren nie allein.
Wir sind sichtbar.
Und wir werden nie wieder still sein.

Hier könnt ihr den Beitrag aus der ARD Mediathek ansehen:

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